Status
Programm
Ort
Größe
Wohneinheiten
Leistungen
Bauherren
Konstruktion
Nachhaltigkeit
Projektteam
Partner
Fertigstellung 2018
Wohnen & Gewerbe
Florastraße 86
13187 Berlin
3.000 m2
18
LP 1-8
Baugruppe Flora 86 GbR
Massivbauweise aus Stahlbeton und Kalksandstein, Fassade WDVS
Blockheizkraftwerk, Regenrückhaltesystem aus Rigolen, extensives Gründach
Jorge Andujar, Karoline Hietzscholdt, Mathias Müller, Lucia Nogaledo
Müller Rose Projektsteuerung, Projekt Bau Kluge UG, Ingenieurbüro Lüttgens
Wohnraum in dichter Kiezlage:8 Nachbarn, 1 Baugruppe, 17 Wohnungen, 1 Büro, 1 PraxisAuf einem dreieckigen, tief in den Block gezogenen Grundstück wird ein verschachtelter Baukörper in geschlossener Bauweise errichtet, angrenzend an einen öffentlichen Park, gegenüber einem denkmalgeschützten Haus
Das Mehrfamilienhaus Flora 86 ist ein Baugruppenprojekt mit 17 Wohn- und 2 Gewerbeeinheiten in Berlin-Pankow. Das Gebäude füllt als bauliche Nachverdichtung eine Baulücke entlang der prominenten Kiezstraße Florastraße in einer sehr dichten urbanen Lage. Die geschlossene Bauweise der Florastraße wird fortgeführt.
Passgenaue Gebäudekubatur
Der auf die Florastraße dreieckig zulaufende, schmale und gleichzeitig tief in den Block hineinragende Grundstückszuschnitt erzeugt eine komplexe Gebäudekubatur. Das Volumen ist zudem definiert durch die Abstandsflächen und die Rücksichtnahme auf das gegenüberliegende, denkmalgeschützte Wohnhaus. Insgesamt acht anliegende Nachbargrundstücke mussten im Planungs- und Bauprozess berücksichtigt werden.Das Gebäude sollte die geschlossene Bauweise der Florastraße aufnehmen. Das der Straße und dem städtischem „Pocket“-Park entlanggezogene Vorderhaus mit zwei Aufgängen schließt nur punktuell an beide Brandwände an. Im dreieckigen Vorderteil an der Florastraße wurde in Rücksichtnahme auf das denkmalgeschützte Wohnhaus gegenüber kein Staffelgeschoss ausgebildet. Hier befindet sich die gemeinschaftliche Dachterrasse. Der Gebäudeteil entlang des Parks konnte aufgrund des schmalen Grundstückszuschnitts nur 8 Meter tief ausgebildet werden. Hier sind sehr kleine Wohnungen, davon 3 als Maisonette-Wohnungen, angeordnet. Auf der Rückseite im Blockinneren nimmt ein 3-geschossiger Seitenflügel die Eigenart des Seitenflügels der nördlichen Nachbarbebauung auf.
Gemeinschaft
Entlang der dreieckigen städtischen Grünfläche erschließt eine schmale Durchfahrt den Hof. Hinter dem Haus ist neben einem Gemeinschaftsraum mit Gästewohnung ein gemeinschaftlicher Hof mit Spielplatz, Beeren- und Kräutergarten, Sitzgelegenheiten und Radstellplätzen entstanden. Auf der Ostseite ist den drei Erdgeschosswohnungen ein privater Patio zugeordnet. Die gemeinschaftlichenFreiflächen wie Dachterrasse, hinterer Hof und der Vorgarten werden von den Bewohnern gestaltet und gepflegt. Die Wohneinheiten im Haus werden generationenübergreifend von Familien, Alleinstehenden und Senioren bewohnt. Weiterhin gibt es vorn an der Florastraße zwei Gewerbeeinheiten, eine Arztpraxis im Erdgeschoss und ein Büro im 1. Obergeschoss.
Verschachtelte vielseitig belichtete Wohnungen
Trotz der dichten Kiezlage sind alle Wohnungen (46qm bis 160qm) hell und durchgestreckt, mit einer ruhigen Seite zum Blockinneren und einer Seite zur belebten Florastraße. Die Fassade ist offen, mit tiefgezogenen Fenstern gestaltet. Alle Wohnungen sind barrierearm umgesetzt und verfügen über Balkon, Loggia, Terrasse oder Patio im Erdgeschoss. Die 19 Einheiten und die gemeinschaftliche Dachterrasse werden von zwei Treppenhäusern inkl. Aufzug erschlossen.
Wohntypen
1. Wohnung mit langer SüdseiteDie 5 Einheiten zur Florastraße bilden in einer dreieckigen Grundform 4-Zimmer-Wohnungen aus. Der Wohnbereich mit Balkon ist nach Süden, zur Florastraße ausgerichtet, 2 Zimmer nach Nordwesten zum Blockinneren.
2. Maisonette-WohnungIm Bereich des nur 8 Meter schmalen Vorderhauses entlang des Pocketparks sind fünf zweiseitig ausgerichtete Einheiten mit Balkon nach Westen effizient als 3-Zimmer-Wohnung (60-80qm) bzw. als Maisonette (160qm) ausgebildet. Im hinteren Bereich ist im 3. und 4.OG eine kleine Maisonette (80qm) mit großer Dachterrasse und Loggia nach Südwesten entstanden.
3.Tiefe L-WohnungDer 3-geschossige Seitenflügel erweitert das schmale Vorderhaus im rückwärtigen Bereich. Hier entstanden 3-dreiseitig ausgerichtete, tief durchgestreckte Familienwohnungen, welche jeweils eine Loggia nach Südwesten haben.
4. 4-Seiten-WohnungDer hintere Teil des Vorderhauses schließt mit einer Gebäudeecke an die Brandwand des Nachbarn am Pocketpark an und ragt dann sehr frei ins Blockinnere. Hier sind fast 4-seitig ausgerichtete Wohnungen entstanden: Wintergarten nach Süden, Fassade nach Süd-Westen, Balkon nach Nord-Westen, Dachterrasse auf dem Seitenflügel nach Nord-Osten.
Vielfältige Freisitze
Trotz der hohen Dichte und starken Limitierungen seitens der Stadtplanung wurde – neben der gemeinschaftlichen Dachterrasse – maximal nutzbarer privater Außenraum für jede Einheit erzielt: Alle Wohnungen sind mit mindestens einem, zumeist sogar mehreren Freisitzen ausgestattet, in Form von Balkonen, Loggien und Wintergärten sowie Patio, welche aus dem knappen Bauvolumen herausgeschält wurden. Die privaten Freisitze der Wohnungen und die Dachterrasse schaffen eine starke Verbindung des Gebäudes mit der umliegenden dichten Bebauungsstruktur.
Nachhaltigkeit/ Regenwasserversickerung
Das Gebäude wird durch ein hauseigenes BHKW betrieben (KfW 70).Die Durchfahrt ist mit wieder mit dem dort vorgefundenen Kopfsteinpflaster befestigt. Aufgrund der sehr hohen Überbauung des Grundstücks wurde der gemeinschaftliche Hof nicht versiegelt, sondern als wassergebundene Decke mit Pflanzflächen ausgestattet. Unter dem gesamten Hof liegt ein Regenrückhaltesystem aus Rigolen, so dass bei Starkregenfällen das Wasser auf dem Grundstück verbleibt. Auf dem Staffelgeschoss wurde ein extensives Gründach ausgebildet.
Grundriss Regelgeschoss
Grundriss Dachgeschoss
Grundriss Erdgeschoss