Wohnprojekt Deichkinder

Gemeinschaftlich / sozial / wirtschaftlich

Status

Programm
Ort

Größe 
Wohneinheiten
Leistungen
Bauherren
Konstruktion

Nachhaltigkeit
Projektteam

Team
Tragwerksplanung
TGA
ELT-Planung
Landschaftsplanung
Projektsteuerung

in Planung
Genossenschaftliches Wohnen, Cluster-Wohnungen & Gemeinschaftsräume
Elbinselquartier
21107 Hamburg-Wilhelmsburg
BGF 2.075 m2
16 förderfähige Wohnungen
Konzeptverfahren & LP 1-5
Deichkinder Planungs-GbR
Holz-Beton-Hybridbauweise, Holzständerwerkfassade mit vorgehängten Fassadenziegeln
flächeneffiziente Nachnutzung einer GEG 2024
Gregor Tangerding, Christin Repp, Ruben Titze, Marie Hauck


Schöne Neue Welt
Freie Ingenieure Langer Schwerdtfeger Partnerschaft
Beratender Ingenieure mbB Büro für Elektrotechnik Sönke Jansen
arbos landscape GmbH
STATTBAU Hamburg mbH

Genossenschaftliches Wohnprojekt im Elbinselquartier Hamburg-Wilhelmsburg 
Im Elbinselquartier plant die Gruppe DEICHKINDER ein gemeinschaftlich organisiertes Wohnhaus. Das Projekt ist Teil der städtebaulichen Entwicklung der Elbinsel Wilhelmsburg durch die IBA Hamburg, die neue gemischt genutzte Stadtquartiere auf einer ehemaligen Industrie- und Hafenfläche vorsieht. Ziel der Gruppe ist ein dauerhaft bezahlbares, gemeinschaftlich organisiertes und sozial gemischtes Wohnen. Auf dem Baufeld EIQ15 B entsteht ein sechsgeschossiges Wohngebäude mit 16 Wohnungen unterschiedlicher Größe. Alle Wohnungen werden im Rahmen der Hamburger Wohnraumförderung realisiert und als Mietwohnungen im genossenschaftlichen Eigentum dauerhaft gebunden.

Soziale Mischung und Nutzung 
Organisatorisch ist die Genossenschaft DEICHKINDER soziokratisch aufgebaut. Entscheidungen werden im Konsentprinzip getroffen und innerhalb der Gruppe gemeinschaftlich abgestimmt. Die Gruppe umfasst 19 Haushalte mit Bewohner*innen unterschiedlichen Alters und verschiedener Lebenssituationen. Das Projekt ist sozial und wirtschaftlich gemischt organisiert und auf ein dauerhaftes, solidarisch organisiertes Zusammenleben ausgerichtet. Ein Teil der Wohnungen wird durch einen sozialen Träger belegt und steht erwachsenen Menschen mit Unterstützungsbedarf zur Verfügung. Ziel ist eine sozial vielfältige und durchmischte Hausgemeinschaft. Die Wohnungen sind weitgehend barrierefrei geplant, eine Wohnung im Erdgeschoss ist rollstuhlgerecht ausgebildet. Alle Einheiten sind über ein zentrales Treppenhaus mit Aufzug erschlossen. 

Wohnen mit gemeinschaftlicher Struktur 
Das Gebäude ist auf gemeinschaftliche Wohnformen und geteilte Nutzungen ausgerichtet. Neben den privaten Wohnungen stehen mehrere geteilte Räume zur Verfügung, die unterschiedliche Funktionen im Alltag der Hausgemeinschaft übernehmen. Im Erdgeschoss in direkter Verbindung zum Innenhof befindet sich ein Gemeinschaftsraum, der als Treffpunkt für die Bewohner*innen sowie für nachbarschaftliche Aktivitäten genutzt werden kann. Zur Straße öffnet sich ein Fahrradraum, der auch als Werkstatt nutzbar ist. Angrenzend befindet sich ein Waschsalon für die Hausgemeinschaft. Im ersten Geschoss und Dachgeschoss stehen Co-Working-Flächen mit flexiblen Nutzungen den Bewohner*innen zur Verfügung. Ein weiterer Gemeinschaftsraum befindet sich im Dachgeschoss und ist an die große Dachterrasse angeschlossen. Dieser Bereich ist für gemeinsame Aktivitäten, Kochen oder Veranstaltungen vorgesehen und erweitert die Nutzung in den Außenraum. Durch die robuste Konstruktion des Gebäudes sind vielfältige Grundrisskombinationen möglich. So können die Bewohner*innen je nach Anforderungen, ihre Wohnungen so gestalten wie sie es sich wünschen. So entsteht ein bunter Mix aus 1- bis 4-Zimmer Wohnungen und einer Clusterwohnung im zweiten Geschoss, in der vier Haushalte jeweils eigene Einheiten mit gemeinsam genutzten Küchen- und Aufenthaltsbereichen kombinieren. Die Clusterwohnung kann bei veränderten Anforderungen auch in separate Wohneinheiten zurückgeführt werden.

Konstruktion
Das Gebäude ist als Hybridkonstruktion geplant. Auf Grund der vielfältigen Anforderungen an Wohnungsgrößen und Grundrissausbildung wird ein tragendes Skelett aus Stahlbeton-Deckenplatten und -Stützen in Außenwandebene, tragender Mittel-und Giebelwände und aussteifendem Treppenkern vorgesehen. Wohnungstrennwände und sonstige Innenwände sind nichttragend.Die Außenwände in den Obergeschossen werden in Holzrahmenbauweise mit vorgehängten, hinterlüfteten Fassadenziegeln hergestellt. Die Außenwände des Erdgeschosses werden in Massivbauweise mit außenliegender Dämmung und hinterlüfteter Holzverkleidung erstellt.Der Einsatz langlebiger und nachwachsender Materialien sowie begrünte Dachflächen und Photovoltaik tragen zu einem nahhaltigen Gesamtkonzept bei. Das Gebäude erzielt den Energiestandart GEG 2024. 

Freiraum und städtebauliche Einbindung 
Das Gebäude ist in einen gemeinschaftlich genutzten Innenhof und vorgelagerte Freiflächen eingebunden. Der Innenhof wird als gemeinsamer Garten mit Aufenthalts- und Spielflächen ausgebildet. Ergänzt wird er durch private Außenbereiche in Form von Balkonen oder Terrassen. Die Freiflächen sind Teil eines baufeldübergreifenden Konzepts und werden gemeinsam mit der Quartiersplanung entwickelt. Die abgestaffelte Gebäudekubatur bildet an der nordwestlichen Ecke des Baufelds EIQ15 einen städtebaulichen Abschluss zum westlich gelegenen Grünzug und integriert sich in die städtebauliche Gesamtentwicklung des Elbinselquartiers. Das Projekt ist auf gemeinsam organisierte Nutzungsformen ausgerichtet. Neben dem Wohnen werden Ressourcen wie Werkzeuge, Mobilitätsangebote oder Alltagsinfrastruktur zusammen genutzt. Ergänzende gemeinschaftliche Angebote im Haus sind auf nachbarschaftliche Aktivitäten im Quartier ausgerichtet.

Lageplan

Grundriss Erdgeschoss

Nutzungsverteilung & Grundrissflexibillität

Schnitt durch Gemeinschaftsgarten

Regelgeschoss

Dachgeschoss

Veröffentlichungen