Gemeinschaftliches Wohnen
Gemeinschaftliches Wohnen in Berlin, Brandenburg und darüber hinaus ist seit Kern unserer Arbeit. Zusammen mit unseren Auftraggeber:innen planen wir selbstorganisierte Hausprojekte mit einer nicht gewinnorientierten Bewirtschaftung und in kollektiver Verantwortung. Wir begleiten Baugruppen, Genossenschaften, Hausprojekte im Mietshäuser-Syndikat und soziale Träger: von der ersten Idee über Planung und Bau bis zum Einzug.
Wir verstehen dabei unsere planerische Arbeit nicht als reine Dienstleistung, sondern als fachlich breitgefächertes, soziales und immer auch lehrreiches Ereignis, für die Gruppe ebenso wie für uns. Über die Jahre haben wir als Büro viele Beteiligungsprozesse begleitet und aktiv mitentwickelt, so dass zukunftsfähige und resiliente Projekte entstanden sind, die sich aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen stellen, Mehrwerte für Nachbarschaften fördern und die aktive Teilhabe der Nutzer:innen ermöglichen.
Gemeinschaftliches Bauen: So planen wir gemeinsam mit der Gruppe
Bei einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt gibt es viele Stimmen mit unterschiedlichen Wünschen, Budgets und Zeitplänen, und am Ende soll trotzdem ein gemeinsames Haus entstehen. Ein Architekturbüro für gemeinschaftliches Wohnen braucht deshalb mehr als planerisches Können. Wir moderieren, bereiten Entscheidungen so auf, dass auch Laien sie fundiert treffen können, und übersetzen zwischen der Gruppe und den Fachplaner:innen für Tragwerk, Bauphysik und Haustechnik.
Gemeinschaftliches Bauen gelingt, wenn die Organisation schlank ist und das Engagement aller Beteiligten klar. Zu Beginn legen wir mit der Gruppe fest, was ihr wichtig ist: bei der Bauweise, beim Budget und beim Einsatz, den jede und jeder Einzelne einbringen will. Danach planen wir in monatlichen Sitzungen, die wir in drei Schritten vorbereiten:
- Wir erläutern die anstehenden Fragen und zeigen Handlungsmöglichkeiten auf.
- Wir beantworten Rückfragen, bis alle die Optionen verstanden haben.
- Die Gruppe entscheidet, in der Regel mehrheitlich.
Alle Ergebnisse halten wir in Beschlusslisten und Protokollen fest, die für jedes Mitglied einsehbar sind. Nicht jede Entscheidung fällt einstimmig, aber jede ist nachvollziehbar. Gleichzeitig behalten wir Termine und Kosten im Blick, damit das Projekt nicht an den Entscheidungen Einzelner hängen bleibt.
E-Mails und Videokonferenzen ersetzen dabei kein echtes Treffen. Unsere Planungssitzungen finden deshalb so oft wie möglich vor Ort statt. Nur so stellen wir sicher, dass alle mitgenommen werden und die Entscheidungen verstehen. Und wenn Grundsteinlegung, Richtfest oder Einweihung anstehen, wird gefeiert, auch auf mühsam errungene Kompromisse.
Über die Jahre haben wir viele solcher Beteiligungsprozesse begleitet und aktiv mitentwickelt. Auf Wunsch übernehmen wir als Generalplaner alle Leistungsphasen aus einer Hand. So hat die Gruppe eine feste Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um Planung und Bau.
Räume für Gemeinschaft: Was gemeinschaftliche Wohnprojekte baulich ausmacht
Gemeinschaft entsteht nicht von allein, sie braucht Räume. Welche das sind, entwickeln wir mit jeder Gruppe neu: vom Gemeinschaftsraum mit Küche über Werkstatt und Gästezimmer bis zu eigenen Gemeinschaftshäusern, wie beim Projekt Leben im Fläming.
Besonders wichtig ist uns die Erschließung. Treppenhäuser, Laubengänge, Galerien und Höfe sind die Orte, an denen man sich im Alltag begegnet. Bei der Tabakfabrik in Dresden gruppieren sich drei neue Baukörper um einen Innenhof, über den alle Wohnungen erschlossen sind. Bei den Massivholzhäusern in Neuruppin erweitert eine umlaufende Galerie den Wohnraum nach außen.
Gute Hausgemeinschaften brauchen aber auch Rückzug. Wir planen deshalb gestaffelte Übergänge vom Privaten über gemeinschaftliche Flächen bis in den öffentlichen Raum. Gärten, Höfe und gemeinsam genutzte Dachflächen ergänzen das Angebot im Freien.
Wie die eigene Wohnung und die gemeinsamen Flächen zusammenspielen, ist für uns ein zentrales Thema. Unsere Erfahrung zeigt: Wer die eigene Wohnung frei gestalten kann, geht bei den gemeinsamen Flächen leichter Kompromisse ein. Dieses Prinzip haben wir im Ausbauhaus konsequent weiterentwickelt.
Selbstorganisation und Verantwortung
Gemeinschaftliches Bauen und Wohnen bedeutet, dass die späteren Bewohner:innen ihr Haus selbst planen, bauen und verwalten, als Wohnungseigentümergemeinschaft, als Genossenschaft oder als Hausverein. Die Mitbestimmung ist dadurch ungleich höher als in einer klassischen Mietwohnung.
Das hat Folgen, die über das einzelne Projekt hinausgehen. Wer mitentscheidet, fühlt sich sicherer in der eigenen Wohnung und ist eher bereit, langlebig und nachhaltig zu bauen. Die Bewohner:innen legen ihre Standards selbst fest und richten sie am tatsächlichen Bedarf aus. Und sie investieren gern in Dinge, von denen alle etwas haben, etwa in einen Gemeinschaftsraum.
Im Alltag zeigt sich die Gemeinschaft in vielen kleinen Dingen: Man hilft sich gegenseitig, leiht sich Werkzeug oder tauscht Erfahrungen aus, und das geht weit über die Begrüßung im Treppenhaus hinaus. Viele Hausprojekte wirken außerdem in ihre Nachbarschaft hinein, mit offenen Räumen, Angeboten und Engagement. Wie das im größeren Maßstab gelingt, zeigen wir unter Quartiersentwicklung.
Organisationsformen für gemeinschaftliches Wohnen
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Beratung für den Einstieg
Bei einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt gibt es viele Stimmen mit unterschiedlichen Wünschen, Budgets und Zeitplänen, und am Ende soll trotzdem ein gemeinsames Haus entstehen. Ein Architekturbüro für gemeinschaftliches Wohnen braucht deshalb mehr als planerisches Können. Wir moderieren, bereiten Entscheidungen so auf, dass auch Laien sie fundiert treffen können, und übersetzen zwischen der Gruppe und den Fachplaner:innen für Tragwerk, Bauphysik und Haustechnik.
Gemeinschaftliches Bauen gelingt, wenn die Organisation schlank ist und das Engagement aller Beteiligten klar. Zu Beginn legen wir mit der Gruppe fest, was ihr wichtig ist: bei der Bauweise, beim Budget und beim Einsatz, den jede und jeder Einzelne einbringen will. Danach planen wir in monatlichen Sitzungen, die wir in drei Schritten vorbereiten:
- Wir erläutern die anstehenden Fragen und zeigen Handlungsmöglichkeiten auf.
- Wir beantworten Rückfragen, bis alle die Optionen verstanden haben.
- Die Gruppe entscheidet, in der Regel mehrheitlich.
Alle Ergebnisse halten wir in Beschlusslisten und
Viele Gruppen kommen zu uns, wenn die Idee steht, aber noch vieles offen ist. In einem ersten Beratungsgespräch zum gemeinschaftlichen Wohnen klären wir gemeinsam: Wie weit ist die Gruppe? Was wünscht sie sich vom gemeinsamen Wohnen? Welcher finanzielle Rahmen ist realistisch? Gibt es bereits ein Grundstück oder einen Bestandsbau?
Für das Erstgespräch hilft es, wenn die Gruppe ungefähr weiß, wie viele Haushalte dabei sind, welche Wohnungsgrößen gebraucht werden, welches Eigenkapital zur Verfügung steht und in welchem Zeitraum sie einziehen möchte. Aber auch Gruppen, die noch ganz am Anfang stehen, beraten wir gern.
Je nach Stand folgen die nächsten Schritte: eine Machbarkeitsstudie in der Phase 0 (/leistungen/phase-0/), die Prüfung der Bebaubarkeit (/projektentwicklung/bebaubarkeit/) eines Grundstücks oder die Bewerbung in einem Konzeptverfahren(/projektentwicklung/konzeptverfahren/).
Welche Form passt, hängt von Eigenkapital, gewünschter Mitbestimmung und langfristigen Zielen der Gruppe ab. Für die Planung ist die Entscheidung früh wichtig. Sie bestimmt, wie Kosten verteilt werden, was Gemeinschafts- und was Sondereigentum ist und welche Unterlagen für Genehmigung und Finanzierung nötig sind. Wie eine Gruppe ein Projekt gründet und finanziert, beschreiben wir unter Soziale Projektentwicklung (/projektentwicklung/).
Projekte
Klimafreundlicher Wohnungsbau mit nachwachsenden Baustoffen in Bad Belzig.
Seriell geplante Wohnhäuser in modularer Hybridbauweise für bezahlbaren Wohnraum in Berlin-Friedrichshain.
Gemeinschaftlich entwickeltes Wohnprojekt für nachhaltiges und urbanes Zusammenleben in Bremen.
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